Gaming und Sucht - die WHO erkennt Online-Spielsucht offiziell an

Endlich ist es soweit, was vielen Betroffenen und Angehörigen, aber auch vielen Berater*innen und Therapeut*innen längst klar ist: mit der Anerkennung der Gaming Disorder als Krankheit geht die WHO einen Schritt in die richtige Richtung. Mit der Anerkennung der Suchtgefahr, die von exzessivem Computerspielen ausgehen kann, werden Eltern, Partner*innen und Betroffene ernst genommen, die leidvoll erfahren mussten, dass der Satz "hör doch einfach auf" nicht die notwendige Hilfe ist.

Die Proteste derjenigen, die Sorge haben, Spielende könnten pauschal stigmatisiert werden, gehen ins Leere: Die Anerkennung der Alkoholabhängigkeit als Krankheit 1968 hat z.B. auch nicht dazu geführt, dass Alkohol verteufelt und Alkohol trinkende Menschen ausgegrenzt bzw, stigmatisiert wurden. Der Nutzen, Spaß und auch etwaige Lernchancen von Computer- und Videospielen steht bei diesem Beschluss der WHO gar nicht zur Debatte.

Was aber mit der Anerkennung klar ist, dass diejenigen, die unter einer Gaming disorder, Medienabhängigkeit, online- oder Internetsucht -oder wie auch immer es benannt wird- leiden, ein Recht auf Hilfe haben. Diesem Anspruch auf Hilfen steht ein professionelles Hilfesystem gegenüber, zu dem wir als eine der drei Hamburger Fachstellen für problematische Mediennutzung gehören. Wir möchten ermutigen diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Die Boje 18.6.2018

< zurück zur vorherigen Seite